Dieses Mal scheine ich ja echt Glück zu haben. Das Zentralkomitee für Jahresendkonsum hat mir allerhand Waren zugeteilt, mit denen sich prima ein neuer PC bauen lassen sollte. Den Artikeln nach zu urteilen wird es wieder weg vom "Gaming Rig" gehen und eher so etwas wie eine Workstation werden. So ein bisschen wie ein Atom-U-Boot auf Schleichfahrt... massig Firepower an Bord, dabei aber flüsterleise.
Essentiell für dieses Vorhaben ist natürlich eine passiv gekühlte Grafikkarte. Dass damit der blanke Gamerwahnsinn von vornherein ausscheidet, ist irgendwie klar, aber erstens war ich sowieso nie richtiger "Gamer", und zweitens bin ich wahrscheinlich langsam eh zu alt für sowas.
Deshalb: Gigabyte GV-N98TSL
Geräuschlos, riesiger Texture-Speicher und sicher genug Leistungsreserven für, äh, die Desktop-Effekte von KDE4.
Wo soll die aber draufgesteckt werden? Seit kurzem kommen ja laufend P55-Mainboards raus. Recht günstige, und teilweise sicher sehr gute Boards. Aber irgendwie war mir das dann doch alles zu mainstreaming, zu consumer-grade-mäßig. Wenn ich mir QuickPath Interconnect mal so laienhaft anschaue, habe ich zumindest das diffuse Gefühl, es könnte sich evtl. um ein anständiges Design handeln. Das wirkt doch alles sehr high-endig, also rein damit in die Workstation. Einen Unterschied beim Arbeiten merken werde ich damit gegenüber einer P55-Plattform sicherlich nicht. Aber geht's darum?? Eben.
Die Wahl des X58-Mainboards fällt dann relativ unspektakulär aus: Das Asus P6T Deluxe V2 und der direkte Vorgänger kommen gerne zum Einsatz, wann immer ein i7 auch übertaktet werden soll. Damit will ich es zwar dieses Mal wirklich nicht übertreiben, aber Stock Speed kommt nicht in Frage. Da könnt ich mir den PC ja gleich vom Blödmarkt holen.
Aushalten müssen werden das ein Bloomfield i7-920 (was sonst?) und drei Speicherriegel von Corsair. 6 GB müssen ja echt reichen. Für die Kühlung der CPU wird dabei der bewährte Thermalright Ultra-120 Extreme sorgen. Bei einem eher moderaten Overclock sollte es im Near-Idle-Betrieb (also für 99% meiner Anwendungsfälle, hehe) ausreichen, wenn der 120er-Fan da nur ein bisschen hinfächelt. Das wiederum passt super in das angestrebte Silent-Konzept.
Da mir erst neulich mal wieder (grrrr) ein beQuiet-Netzteil abgeraucht ist, habe ich bereits ein neues, das ich auch weiterverwende. Das Corsair HX650W bietet für die geplante Plattform Power ohne Ende, einen laut Spec guten Wirkungsgrad und ist kaum hörbar.
Eine neue Platte soll dann auch noch rein, eine WD Caviar Black, die 500er reicht da. Mehr Platz oder gar RAID brauche ich nicht, denn wozu hat man einen Fileserver. OK, ein RAID-0 könnte Performance bringen. Ist mir aber zu viel Stress, stattdessen kommt die Platte in ein Smart Drive Neo, damit ich die bitte gar nicht mehr höre.
Eigentlich bräuchte ich dann nur noch einen weniger nervigen Monitor. Der seit kurzem hier stehende Samsung 2494LW macht sich nämlich einen Spaß daraus, immer wieder neue Frequenzen hervorzubringen, auf denen er mich pfeifend, summend und brummend malträtiert. (So alt bin ich wohl doch noch nicht, da ich die Störgeräusche ja immerhin noch höre.) Bei voll aufgedrehter Helligkeit ist er natürlich leise, aber rausgebrannte Netzhäute sind noch schlimmer als schleichender Wahnsinn durch Pfeifgeräusche, also halte ich diese im Moment tapfer aus. Ist es eigentlich so schwierig, einen großen Flachbildschirm zu bauen, den man nicht hört? Spätestens wenn der PC dann fast lautlos ist, wird mir der Monitor nämlich so dermaßen auf den Sack gehen, dass ich Ebay einschalten muss. Vielleicht kommt als Ersatz ein LG W2442PA, mit dem bin ich im Büro ganz zufrieden. Ich hoffe nur, den gibt's dann auch mal irgendwo in schwarz...
Egal, ich übertöne das Pfeifen jetzt mit Musik und lasse sich das Jahr einmal wieder mit einer Hardwarebestellung dem Ende zuneigen. Kann es denn ein schöneres Ritual geben? Schade halt, dass man das eigentlich nur so alle drei Jahre sinnvoll machen kann.