Wie vergangene Nacht kommentiert, hat Facebook neue Datenschutz-Einstellungen verfügbar gemacht. Dafür hagelte es reichlich Kritik (netzpolitik.org, TechCrunch, EFF).
Eine Spontanreaktion von Facebook besteht nun, wie im aktuellen Blog-Posting erklärt, im Entfernen des Links zum Anzeigen der Freundesliste in den Suchergebnissen. Einer der wesentlichen Kritikpunkte bezog sich ja genau darauf - dass die Freundeslisten nun plötzlich jedem zugänglich sind.
Man möchte meinen, das würde eines der Hauptprobleme des Updates lösen, aber Äußerungen wie diese (im selben Posting) tragen nicht gerade zur Transparenz und zum Vertrauen in die neuen Datenschutz-Features bei:
"Keep in mind, however, that because Friend List is publicly available,
it will be visible to people who are viewing your profile while not
logged in."
Genau das ist das Problem. Bestimmte Teile des Facebooks-Profils wurden kurzerhand als "öffentlich zugänglich" deklariert. Selbst wenn also der Link in den Suchergebnissen entfernt wurde, ist überhaupt nicht klar, inwiefern diese Informationen noch über andere Wege abrufbar sind, was "öffentlich" also konkret bedeutet.
Auf die entfernte Option zum Kontrollieren der Zugriffsrechte von Applikationen wird im Blog gar nicht eingegangen. Nach Facebooks Definition von "öffentlich" haben aber grundsätzlich alle Applikationen Zugriff auf entsprechende Informationen. Das würde bedeuten, dass die Freundesliste derzeit zwar herumsurfenden Einzelpersonen vorenthalten wird, nicht jedoch einer Applikation, die systematisch und automatisiert Freundeslisten auswertet. Hmm, was ist wohl gefährlicher...
Update: Ob bzw. inwiefern solche Applikationen existieren, ob sie zulässig wären (möglicherweise verbieten Facebooks Geschäftsbedingungen sie) - das fällt mir schwer zu beurteilen. Unnötig ein Bedrohungsszenario auszumalen ist sicherlich nicht hilfreich. Leider scheint es aber im Moment auch keine klaren Aussagen zu geben, die solche Befürchtungen vollständig ausräumen würden. Im Raum stehen letzten Endes schlicht die geänderten Datenschutzbestimmungen. Und die besagen, dass bestimmte Teile des Profils "öffentlich zugänglich" sind, was jetzt eben auch technisch umgesetzt wurde.