Der Aufruf von Markus Beckedahl in netzpolitik.org hat auch mich dazu veranlasst, noch einmal nachzuhaken im Freundes- und Bekanntenkreis. Ich weiß von immerhin mindestens drei neuen Mitzeichnungen, die dadurch zustande gekommen sind, vermutlich sind es sogar mehr. Unter anderem konnte ich meine Mutter überzeugen (die sich letztes Wochenende noch sträubte) und das, obwohl sie noch nie in ihrem Leben im Internet war und auch nicht gedenkt, das jemals zu ändern! Insgesamt habe ich in den letzten paar Wochen die Erfahrung gemacht, dass man wirklich auf die Leute zugehen und mit ihnen sprechen muss. Das Versenden von Aufrufen per Mail, und seien sie noch so persönlich formuliert und an den eher engen Freundeskreis gerichtet, bringt nur sehr bedingt etwas.
Den Termin der Expertenanhörung vor dem Wirtschaftsausschuss zu nehmen und daraus einen Countdown für den Endspurt nach 100.000+ zu machen, ist ja auch wirklich eine super Idee. Und es scheint zu wirken - jedenfalls ist auf der aktuellen Verlaufsgrafik ein schöner Schub zum Wochenbeginn erkennbar.
Die Anhörung selbst wird, 100.000 hin oder her, sicher ein interessantes Highlight. Ich bin gespannt, ob sich da so etwas wie eine Tendenz ablesen lassen wird. Ein Oppositionspolitiker, mit dem ich mich am Wochenende kurz unterhalten konnte, hält es mittlerweile schon für unwahrscheinlich, dass das Gesetz wirklich noch in dieser Legislaturperiode durchkommt. Das ist eigentlich auch gar nicht anders vorstellbar, sofern die Stellungnahmen der Branchenverbände auch nur Entferntesten auf Gehör stoßen. Sollten nicht einfach sämtliche dieser Einwände und Forderungen komplett ignoriert werden, wird man um eine Überarbeitung des Gesetzes von Grund auf gar nicht herumkommen.
Ich jedenfalls werde versuchen, die Ergebnisse dieser Anhörung in meine Argumentation einfließen zu lassen, wenn ich mich nächste Woche per Brief oder auch telefonisch an meinen Wahlkreisabgeordneten wende. Wie man das am besten macht, gibt's auch auf netzpolitik.org.
Aufgenommen: Mai 25, 23:51